Costa de Almeria
Die Provinz Almeria liegt im Südosten der Iberischen Halbinsel
am Mittelmeer. Auf ihrer 8774 km2 großen Fläche zeigen sich
schroffe geographische Gegensätze: weite Strände und kleine
Buchten, wüstenähnliche Zonen und
solche
mit vielfältiger Vegetation, hohe Gebirge und ausgedehnte
Ebenen stehen einander gegenüber. Im Lauf der Zeit hat sich
aber auch das Bild der Landschaft geändert. So können wir
heute in Almeria sowohl moderne, stark besuchte Fremdenverkehrszentren
als auch Naturlandschaften entdecken, in denen Menschen fast
keine Spuren hinterlassen haben. Das Klima ist durch das Mittelmeer
geprägt. Es ist warm und trocken, Regenfälle sind selten,
und die Zahl der jährlichen Sonnenstunden liegt mit über 3000
besonders hoch. Die Temperaturen sind das ganze Jahr hindurch
gleichbleibend mild. Im Winter sinken sie im Durchschnitt
nicht unter 13° C, und im Sommer wird der Durchschnittswert
von 25° C nicht überschritten. Dank des milden Klimas kann
der Besucher alle Möglichkeiten wahrnehmen, die ihm die Provinz
zu jeder Jahreszeit bietet.
Wahrscheinlich wegen der landwirtschaftlichen
Reize und der geografischen Lage der Provinz sind im Laufe
der Geschichte viele Völker hier aufgetaucht. Bedeutende,
in der Provinz Almeria entdeckte archäologische Funde haben
es den Forschern ermöglicht, von sehr alten Kulturen zu erfahren 
und diese zu analysieren. Namen wie Cueva Ambrosio, Los Letreros,
Los Millares und El Argar sind Meilensteine in der Entwicklung
der spanischen Frühgeschichte. In Almeria verblieben auch
die Spuren von Tartessos sowie Zeugnisse der Phönizier, Griechen
und Karthager. Die römischen Invasoren, die sich vom 3. Jh.
v. Chr. an hier niederließen, nannten den damaligen Mittelpunkt
von Almeria Portus Magnus; sie beherrschten die Zone bis zur
späteren Ankunft der Westgoten.
Viel wichtiger war in Almeria
aber der Einfluss der Araber, der sich aus ihrer fast achthundertjährigen
Anwesenheit in diesem Gebiet erklärt. Nach der Gründung der
ersten jemenitischen Niederlassungen in der Nähe von Pechina
kommt es zu einem harmonischen Zusammenleben von Muslims,
Christen und Juden.
Der von Abderraman III. angeordnete Bau
der Alcazaba im damaligen Hafen von Bayyana ist mit der Entstehung
des heutigen Almeria gleichzusetzen. Die neue Stadt Al-mariya
(Spiegel des Meeres) entwickelte eine rege seefahrerische
und kommerzielle Tätigkeit und verwandelte sich bald, indem
sie Bayyana ersetzte, in den Mittelpunkt der Region. Kultur
und Kunst erreichten während der Araberherrschaft eine hohe
Blüte, die auch nach der Aufteilung des Kalifats von Cordoba
in verschiedene unabhängige Reiche anhielt. In Almeria traten
die
Könige Hairan und Almotacin hervor.
Der Prozess der Eroberung
der maurischen Reiche durch die Christen führt dazu, dass
Almeria Ende des 15. Jh. dem Königreich Kastilien einverleibt
wird. Es beginnt ein Zeitabschnitt, der sich charakterisiert
durch die Niederlassung von Neusiedlern aus anderen Gebieten
Spaniens, durch die Angriffe der Korsaren, den Aufstand und
die Vertreibung der Morisken sowie eine Reihe von heftigen
Erdbeben. In diesen Jahrhunderten kommt es ebenfalls zu einem
künstlerischen Aufschwung, der vor allem mit dem Bau zahlreicher
Kirchen in den verschiedenen Orten der Provinz in Zusammenhang
steht. Im 19. Jh. erlebt Almeria dann eine starke Aufwärtsentwicklung
im Bergbau, vor allem was die Förderung von Blei und Eisen
angeht.
Ende des 19. Jh. werden der heutige Hafen und die
Eisenbahnlinie angelegt, wodurch der Reise- und Warenverkehr
begünstigt wird. Die Einflüsse der verschiedenen Zivilisationen,
die dieses Gebiet prägten, haben den Charakter der Einwohner
und ihre Kultur bereichert. Noch heute können wir uns an der
von den Vorfahren
übernommenen, vielfältigen Folklore und den zahlreichen Festen
sowie an den sorgfältig angefertigten Arbeiten des volkstümlichen
Kunstgewerben erfreuen. Ein Erbe der Vergangenheit sind auch
die Küchenspezialitäten wie roter spanischer Pfeffer und Suppen
mit Meeresfrüchten.
In den letzten Jahren hat die sozialwirtschaftliche
Entwicklung der Provinz Almeria einen kräftigen Antrieb erfahren.
Die wichtigsten Träger dieses Prozesses sind die moderne Landwirtschaft,
die Marmorindustrie und der Fremdenverkehrssektor. Der Anbau
von Obst, Gemüse und Blumen mit Hilfe von Plastikhüllen nimmt
im Campo de Dalias eine Fläche von mehr als 10.000 Hektar
ein. Dabei werden Produkte in einer Jahresmenge von 250 Mio
kg geerntet, die in der Hauptsache in andere europäische Länder
ausgeführt werden. Weißer Marmor wird in der Zone von Macael
gefördert; aufgrund seiner hohen Qualität wird er in viele
Teile der Welt exportiert. Es ist ferner zu sagen, dass dank
des milden Klimas und der landschaftlichen Reize Almeria für
viele Spanier und Ausländer zu einem bevorzugten Feriengebiet
geworden ist.
Darüber hinaus hat sich Almeria zu einem wichtigen
wissenschaftlichen Forschungszentrum entwickelt. In der Sierra
de los Filabres ist bei Gergal das deutsch-spanische Astronomische
Zentrum „Calar Alto“ in Betrieb, wo sich das leistungsfähigste
Teleskop Europas befindet. In Tabernas wurden Plattformen
zur Umwandlung der Sonnenenergie aufgestellt. Ferner werden
Untersuchungen über die Verwendung der Windenergie und die
Umwandlung von Pitas (Agavenart) in Athan durchgeführt.
