Die Küste I, Von Blanes nach Tossa

BLANES ist das Tor der Costa Brava an der Grenze der Provinz Barcelona. Hier beginnt der Teil der Costa Brava mit der grössten Lichtfülle, wo die Landschaft blau, grün und sogar rosa getränkt ist. Dieses bedeutende Touristenzentrum ist über der römischen Stadt Blanda angelegt, von der mehr literarische als archäologische Referenzen übrig sind. Sehenswert sind ein gotischer Brunnen, die Pfarrkirche Santa Maria und die Reste der ebenfalls gotischen Burg der Vizcondes von Cabrera. Im benachbarten Gebirge Sant Joan kann man die Ruinen der romanische, arabisch beeinflussten Burg und den Wachturm besichtigen, der die Silhouette des Städtchens prägt. Von dort überblickt man die Bucht von Blanes. Es hat einen guten, einen Kilometer langen Strand mit Segelklubs und Sporthafen. Auf dem Weg zur Bucht Sant Francesc kommt man an der Kapelle L’Esperanca mit Votivgaben der Seeleute, an der Kapelle Sant Francesc und an der Wallfahrtskirche El Vilar vorbei. Die Buchten Bona oder Forcanera und Sant Francesc sind die ersten einer Reihe von Buchten, die diese Küste aufzuweisen hat. Die Botanischen Gärten Mar i Murtra und Pinya de Rosa werden auf der ökologischen Route beschrieben. Zwischen Blanes und Lloret de Mar liegen der ruhige Strand Santa Cristina mit seiner Barockkapelle und der weit geöffnete Strand Fenals, der für den Tourismus urbanistisch erschlossen ist.

LLORET DE MAR ist eine ausgesprochene Touristenstadt und rühmt sich, die grösste Zahl Hotels an der ganzen Küste aufzuweisen sowie über die verschiedensten Lokale und Darbietungen zu verfügen, die ein reges Nachtleben ermöglichen: Bars, Diskotheken, Tanzlokale und ein Spielkasino. Von den Römern sind Reste eines Grabturms erhalten, der Bestandteil einer grösseren Konstruktion gewesen zu sein scheint: er ist als „Turm der Mauren“ bekannt. Vom feudalen Lloret ist die Pfarrkirche Sant Roma erhalten; sie wurde von Amerika-Auswanderern mit farbigen Kacheln ausgestattet und ist kaum zu übersehen. Der von weissen Gassen umgebene Rathausplatz unterstreicht die Eigenart des zum Meer hingeöffneten Städtchens. Sein Strand ist sehr lang und sauber und das Wasser klar. Die Burg aus dem 11. Jh. Beherrscht aus der Höhe das Bad der Touristen. Die Kapelle Sant Quirze, die älteste von Lloret, kann man auf einem Spaziergang in die nähere Umgebung erreichen. Die Kapelle Les Alegries bewahrt einen romanischen Glockenturm und Fresken von Calandria. Zu nennen sind auch die Kapelle Santa Cristina, heute mit einem äusserst kostbaren Marmoraltar im klassizistischen Stil, und die Kapelle Sant Pere del Bose, in der der Eigentümer, ein Auswanderer, Verbesserungen durchführen liess. Auf der Landstrasse von Lloret nach Tossa kann man abzweigen nach La Caleta. Cala Trons und zum langen, breiten Strand von Canyelles, der unbebaut und durch den berühmten Felsen El Carquinyoli geteilt ist.

TOSSA DE MAR. Marc Chagall gab der Stadt, die er 1933 besuchte und malte den Namen „blaues Paradies“. Nach ihm kamen andere Maler, Schriftsteller und Intellektuelle. Seitdem hat Tossa sich zu einem internationalen Fremdenverkehrszentrum entwickelt, was es aber nicht daran gehindert hat, die Harmonie dieser besonders schönen Landschaft zu erhalten. Vorrömischen Ursprungs – in der Umgebung findet man Reste einer römischen Villa mit einem sehr schönen Mosaik-, bewahrt die „Villa Vella“ (Altstadt) aus dem 12 Jh. in ihren engen, winkeligen Strassen die Atmosphäre des Mittelalters. Die Altstadt ist von einer Mauer mit fünf Türmen umgeben, von denen nur drei in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten sind: der Huldigungsturm, der Stundenturm und der Turm d’En Jonas. Das Stadtmuseum birgt archäologische Funde und eine
Gemäldesammlung mit Werken der zahlreichen Künstler, die hierherkamen. „Das beste von Tossa“, so sagte Josep Pla, „ist seine Luft, sein Licht, sein Profil, seine Farbe, sein Leben….“. Der Blick vom Leuchtturm gibt diesem Wunder seine Perspektive, wobei die Bucht und die Cala de Levante und Cala de Poniente die gleiche Bezeichnung verdienen. Auf der Strecke von Tossa nach Sant Feliu de Guixols schliesst sich an den grossen Strand La Bauma, das auch als Mar Menuda bekannt ist, von wo man eine schöne Aussicht auf die Altstadt von Tossa mit ihren Türmen hat. Gegenüber ragen die Klippen L’Illa und Les Illetes auf. Von nun an verwandelt sich die Küste in eine Folge steiler Felsen; man kann sie nur zu Fuss durchstreifen oder im Boot an ihr entlangfahren, was keine schlechte Idee ist, bis man nach Sant Feliu kommt.
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